Gemeinnützig – was soll das heißen?

Am Anfang stand die Frage:

 

Sommer 2015, Berlin, Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo):
Warum stehen die ankommenden Flüchtlinge eigentlich mehrere Tage lang im Schlamm vor dem Gebäude? Sie könnten doch genau so gut eine Handy-App haben, auf der sie in der Minimalversion einfach sehen können, wann ihr Termin sein wird, mit zehnminütiger Aktualisierung?

 

Kleiner Junge im Gedränge am LaGeSo

Dann jagte ein Gedanke den nächsten:

  • Warum fehlt mir nach 10h Broterwerb die Zeit und Lust, so eine App zu entwickeln?
  • Warum kenne ich so wenige andere Entwickler, die sie mitentwickeln würden?
  • Was mach ich mit den tausend anderen Ideen, die ich sonst noch hätte?
  • Warum haben so wenige Leute in meinem Umfeld auch solche Ideen?

 

Gemeinnützig? Wie genau soll das aussehen?

Anfang 2017 entstand zunächst ein recht komplizierter Businessplan, in dem ich noch eine ganze Menge Dinge geplant hatte, die sich schon kurze Zeit später als sehr wenig praktikabel und hoffnungslos überorganisiert erwiesen haben. Inzwischen bin ich zur Einsicht gelangt, dass ich zunächst auf Personen treffen muss, mit denen sich dank ähnlicher Ansichten Perspektiven der Zusammenarbeit ergeben. Erst dann lohnt es sich, ein Konzept zu schnüren.

Parallel zu diesen Überlegungen traf ich auf das Tiny House Movement, das unter anderem mit dem XING/IBA- New Work Studio auf dem Bauhaus-Campus in Berlin vertreten ist. Nicht nur, dass Software-Architektur, Innen-Design und „handfeste Architektur“ aufeinandertreffen. Auch hochinteressante Konzepte wie „Circles„, eine Möglichkeit, ein weltweites Basic Income auf Basis der Blockchain zu entwickeln, sind mit dabei. Und es kommen jede Menge mehr oder minder technikaffine Idealisten zusammen, die große Lust darauf haben, vieles mal anders zu probieren. Magisch!

Auch wenn noch unklar ist, in welche Richtung die Reise geht: ich habe beschlossen, große Anteile meines gemeinnützigen Engagements erst mal in diese Richtung und in Kooperationen, die sich daraus ergeben, fließen zu lassen. Was dabei herauskommt, wird sich zeigen.